Fotografieren hieß teilnehmen. Fotografinnen der Weimarer Republik ( Museum Folkwang, 1994)

This volume was issued for an exhibition of female photographers of the Weimar Republic which was shown at the Museum Folkwang (Essen), Fundacio La Caixa (Barcelona) and The Jewish Museum (NYC), in 1994-1995.

This includes works by Ella Bergmann-Michel, Eva Besnyö, Aenne Biermann, Marianne Brandt, Marianne Breslauer, Lotte Errell, Gisele Freund, Nini und Carry Hess, Hannah Höch, Lotte Jacobi, Anneliese Kretschmer, Germaine Krull etc..

Der äußerst informative Katalog verhilft den LeserInnen zu einem breit gefächerten Bild von Fotografinnen zur Zeit der Weimarer Republik und deren Sichtweisen ihrer Umwelt, der eigenen Person und der aktuellen Kultur und Politik, wobei dem Phänomen der “Neuen Frau” in einigen Beiträgen besondere Aufmerksamkeit zuteil wird.
Die Biografien zeigen in ihrer teils erschreckenden Ähnlichkeit, daß zwar ein großer Schritt nach vorne gemacht wurde, der jedoch bald in einen entscheidenden und verheerenden Rückfall mündete.
Irene Müller in Frauen Kunst Wissenschaft 21

Das Motto “Fotografieren hieß teilnehmen” legt den Akzent auf die vermehrt mögliche Mobilität, die Mitsprache und die Präsenz der Fotografinnen im öffentlichen Leben. Neben den Bereichen der Porträt- und Modefotografie werden die Reportage und die Sachfotografie zu Betätigungsfeldern.
Die Auswahl der gezeigten Fotografien spannt den Bogen von Porträtstudien, über die eigenwillige Ästhetik von Yvas Modeaufnahmen bis zu ‘politischen Manifesten’ wie die Collagen von Alice Lex-Nerlinger. Es wird dabei durch die interessante Gruppierung die Vielfalt und die problemlose Co-Existenz der verschiedenen Bildsprachen erkennbar.
Die Experimente mit dem Medium Fotografie werden durch Negativmontagen, Doppelbelichtungen und Collagierung belegt, während auch eine traditionelle Auffassung in manchen Arbeiten spürbar ist. So sind die Sachfotografien und die Architekturaufnahmen deutlich von den am Bauhaus propagierten Ideen geprägt, und den Collagen haftet etwas von dadaistischer Sprengkraft an.
Irene Müller in Frauen Kunst Wissenschaft 21